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Reformation und Bauernkrieg in der Geschichtsschreibung des 'Dritten Reiches' und der DDR
Von Müller, Laurenz
2004
VIII, 360 S. - 24,5 x 17,5 cm
Quellen und Forschungen zur Agrargeschichte Bd. 50
ISBN 978-3-8282-0289-4
Der Autor analysiert die grundlegenden Differenzen ebenso wie erstaunliche Übereinstimmungen in der ideologisch geprägten Geschichtsinterpretation der beiden deutschen Diktaturen im 20. Jhdt. Es erweist sich, dass gerade das ungleiche Ereignispaar Reformation und Bauernkrieg als ideales Objekt für eine historiographische Untersuchung zum "Dritten Reich" und zur DDR zu dienen vermag. In keinem der Systeme war mit den revolutionären Ereignissen die Idee einer Befreiung im Sinne der bürgerlichen Freiheit verbunden. Die Revolution wird als eine autoritär gelenkte Aktion verstanden; der nationalsozialistischen Führeridee steht das marxistisch-leninistische Konzept der Parteielite gegenüber. Dennoch finden sich auch Übereinstimmungen im Verhältnis der beiden Diktaturen zur Historie. Diese folgen aus dem beiden Systemen immanenten Anspruch auf totale Durchdringung der Gesellschaft. Die Ideologie des Nationalsozialismus respektive des Marxismus-Leninismus gab den jeweiligen politischen Orientierungsrahmen vor, der in seiner Gültigkeit nicht zu hinterfragen war. Daraus leiteten sich die jeweiligen geschichtstheoretischen und geschichtsphilosophischen Parameter ab, die entsprechend der Ideologie als Paradigmen galten. Der Autor geht fortlaufend auf Übereinstimmungen und Differenzen zwischen einzelnen Interpretationen sowie der Bedeutung und Funktion der Geschichtsschreibung in den beiden deutschen Diktaturen ein. Durch die Vergleichsfolie der jeweils anderen Diktatur wird der Blick auf die jeweilige Rezeptionsgeschichte nochmals geschärft. Dabei interessiert die stoffliche Seite ebenso wie die Produktionsmechanismen, die normativen Deutungsrahmen und deren Verhältnis zum Geschichtsbild.
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