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Mikropolitik und Moral in Organisationen
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Art.Nr.: 978-3-8252-2743-2
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Von: Neuberger, Oswald
2., vollst. neu bearb. Aufl. 2006
635 S., 34 schw.-w. Abb., 24 schw.-w. Tab.
UTB M 2743
ISBN:978-3-8252-2743-2
Mikropolitik - als die auf eigenen Vorteil bedachte Instrumentalisierung Anderer in organisationalen Ungewissheitszonen - wird nicht auf personale Motive oder Haltungen zurückgeführt, sondern als sowohl flexible wie konstruktive Nutzung der Widersprüchlichkeit organisationaler Steuerungsprinzipien verstanden. Nach einem Resümee des empirischen Forschungsstandes wird dafür plädiert, die Erfassung und Differenzierung der mikropolitischen Taktiken in ein umfassendes Handlungsmodell einzubetten, das neben kognitiven Situationsrepräsentationen und Erfolgskalkülen weitere Bedingungen berücksichtigt. Mikropolitik scheint von vorneherein moralisch disqualifiziert zu sein, weil es ihr darum geht, Andere zum Mittel für eigene Zwecke zu machen. Die Reflexion von Mikropolitik aus den Perspektiven dominierender (wirtschafts-) ethischer Positionen erweist eine solche Pauschal-Verurteilung als einseitig und fragwürdig. Mit Blick auf die Möglichkeiten organisationaler Akteure werden drei pragmatische Strategien einer moralischen Rechtfertigung und Kultivierung von Mikropolitik erörtert: moralisches Satisfizieren, Moral lernen und den Widerstreit moralischer Prinzipien aushalten und nutzen.
Inhaltsverzeichnis:
1. Das Konstrukt Mikropolitik: Dimensionen, Bewertungen, Abgrenzungen
1.1. Mikropolitik als polarisierendes Thema
1.2. Was ist mit Mikropolitik gemeint?
1.2.1. Einige Mikropolitik-Definitionen
1.2.2. Welche Dimensionen liegen den Mikropolitik-Definitionen zu Grunde?
1.2.3. Die zusammenfassende Definition
1.3. Polity - Policy - Politics
1.3.1. Spielregeln - Spielstrategien - Spielzüge
1.3.2. Resümee
1.4. Positive und negative Funktionen der Mikropolitik
1.4.1. Mintzberg - Klein - Ferris; POPS & PSI
1.4.2. Ist Mikropolitik pathologisch?
1.4.3. Exkurs POP-Skala
Zur Operationalisierung einer Mikropolitik-Definition
1.4.4. PSI (Political Skill Inventory)
1.5. Mikropolitik als abweichendes Verhalten
1.5.1. Kontraproduktives Arbeitsverhalten
1.5.2. Extra-Produktives Arbeitsverhalten
1.5.3. Ist kontraproduktives Verhalten das Gegenteil von extra-produktivem Verhalten?
1.5.4. Die Beziehung von kontraproduktivem und extra-produktivem Verhalten zu Mikropolitik
1.5.5. Die Landschaft der Mikropolitik: Zwei Ansichten
2. Mikropolitische Taktiken und Strategien
2.1. Die Erfassung mikropolitischer Taktiken
2.1.1. Eine kurze Geschichte der Entwicklung von Taktik-Inventaren: POIS und die Folgen
2.1.2. Weitere Taktik-Inventare: Beispiele und Synopsen
2.1.3. Alternative Erfassungsmethoden
2.2. Taktiken-Mix und Strategien
2.2.1. Taktiken-Kombinationen
2.2.2. Strategien
2.3. Wirkungsanalyse
2.4. Reflexion/Kritik
2.4.1. Methodologische und theoretische Vorentscheidungen bei der Erfassung von
mikropolitischen Taktiken und Strategien
2.4.2. Zur Rolle der Operationalisierungen: Das Beispiel 'Rationales Argumentieren'
2.4.3. Kontextualisierung und Dekontextualisierung
2.4.4. Alternativen zu den Taktik-Listen? Direkter und indirekter Einfluss
2.4.5. Fiktionen beim Einsatz und der Erfassung von Taktiken und Strategien
2.5. Fazit
2.6. Anhang
3. Bedingungen der Möglichkeit von Mikropolitik
3.1. Mikropolitik: die kreative Nutzung organisationaler Spielräume
3.1.1. Bedingungsmodelle in der mikropolitischen Forschung
3.1.2. Überlegungen zur Merkmalsauswahl: Ein Demonstrationsbeispiel
3.1.3. Druck machen und Einschmeicheln: Wovon hängt der Erfolg ab?
3.2. Organisationale Ermöglichungsbedingungen mikropolitischer Taktiken
3.2.1. Antagonismen innerhalb und zwischen Steuerungsprinzipien
3.2.2. Vorüberlegungen zur Bedeutung von Information, Rationalität und Versprachlichung
3.3. Organisationale Steuerungsprinzipien: Diskussion der Polaritäten
3.3.1. Hierarchie und Autonomie
3.3.2. Formalisierung und Improvisation
3.3.3. Exkurs: Einfache und doppelte Kontingenz
3.3.4. Differenzierung und Integration
3.3.5. Komplexität und Simplizität
3.3.6. Kooperation und Konkurrenz
3.3.7. Extrinsische und intrinsische Motivation
3.3.8. Vernetzung und Vereinzelung
3.3.9. Facta und Ficta (Faktizität und Fiktionalität)
3.3.10.Wandel und Bewahrung
3.3.11.Einbettung und Abgrenzung
3.4. Zusammenfassung
4. Komponenten eines Handlungsstruktur-Modells
4.1. Mikropolitik aus der Perspektive einer sozialen Handlungstheorie
4.1.1. Die dyadische Grundstruktur einer Einflusssituation
4.1.2. Inhaltliche Erweiterung der Grundstruktur durch acht Handlungskomponenten
4.2. Diskussion der acht Komponenten des Handlungsstruktur-Modells
4.2.1. 'Ich bin ich': Identität, ein Selbst sein
4.2.2. 'Ich bin verkörpert': Körperlichkeit, Sinnlichkeit, Materialisierung
4.2.3. 'Ich weiß': Kognition
4.2.4. 'Ich will': Interessen, Motivation
4.2.5. 'Ich kann': Kompetenzen (Fähigkeiten und Ressourcen)
4.2.6. 'Ich fühle': Emotionalität
4.2.7. 'Ich stehe in Beziehung': Vergemeinschaftung
4.2.8. 'Ich bin in Ordnung(en)': Institutionalisierung, Vergesellschaftung
4.3. Erweiterungen: Zur Sozialisierung und Dynamisierung des Modells
4.3.1. Erweiterung zu einem sozialen Struktur-Modell
4.3.2. Erweiterung zu einem sozialen Handlungs-Modell
4.4. Schlussbemerkung
5. Die Moral der Mikropolitik
5.1. Was heißt moralisch urteilen und handeln?
5.1.1. Moral und Politik, Ökonomie und Ethik - sie scheinen sich zu fliehen ...
5.1.2. Erste Annäherung: Zwei Moral-Definitionen
5.1.3. Nächster Anlauf: Ethik-Theorien
5.1.4. Wann ist eine Moralbegründung vernünftig? Warum soll sie vernünftig sein?
5.1.5. Zu typischen Besonderheiten und Voraus-Setzungen ethischen Argumentierens
5.2. Ökonomie und Moral haben sich nichts zu sagen!
5.2.1. Trennungsbeschlüsse: Plädoyers für die Eliminierung der Moral
5.2.2. Dennoch: Argumente zur Rechtfertigung von Unternehmensethik
5.2.3. Moral als Steuerungstechnik:
5.3. Moralische Rahmenordnung und amoralisches Handeln?
5.3.1. Moral ist Kooperationsmoral
5.3.2. Bedingungswandel statt Gesinnungswandel - Wohl-Stand statt Wohl-Wollen
5.3.3. Dilemmastrukturen (am Beispiel des Prisoner's Dilemma Game)
5.3.4. Die Rahmenordnung als der systematische Ort der Moral
5.3.5. Der Grundkonflikt zwischen Rentabilität und moralischer Akzeptanz
5.3.6. Der homo oeconomicus-Test (h-o-Test)
5.3.7. Ökonomik als Methode
5.3.8. Die ideale oder die reale Marktwirtschaft?
Marktwirtschaft oder soziale Marktwirtschaft?
5.3.9. Defizite der weltwirtschaftlichen Rahmenordnung
5.4. De-Moralisierung und Re-Moralisierung der Spielregeln
5.4.1. Ethische Neutralisierung
5.4.2. Die Erweiterung des Zwei-Stufen-Modells zum Drei-Stufen-Modell
5.5. Moralische Regeln und moralisches Handeln: eine rekursive Beziehung
5.5.1. Motto: Weg von der Rahmenordnung, hin zu den Handlungen!
5.5.2. Was sind Regeln?
5.5.3. Voraussetzungen kompetenter Regelanwendung
5.5.4. Regelnutzung als sozialer Prozess
5.5.5. Zur mikropolitischen Nutzung von Regeln
5.5.6. Verflucht sei, wer das Gesetz nicht mit Leben erfüllt! Amen.
5.6. Moralisches Handeln als mikropolitisches Handeln
5.6.1. Zur Beziehung zwischen moralischem Urteilen und moralischem Handeln
5.6.2. Relativistische Ethik: Das Jones-Tsalikis-Modell
5.6.3. Das Gute kennen, aber nicht tun. Der Umgang mit 'Anomalien'
5.6.4. Die Bedeutung postdezisionaler und postaktionaler Phasen
5.6.5. Die Bewältigung von Diskrepanzen zwischen Worten und Taten, Absichten und
Ergebnissen
5.6.6. Was tun? Was tun! Drei Strategien
5.6.7. Resümee
6. Schluss
7. Literaturverzeichnis
8. Personenverzeichnis
9. Stichwortverzeichnis
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